Blühende Geranien in Balkonkästen am sonnigen deutschen Balkon

Geranien

Pelargonium-Hybriden

Geranien sind die meistgekauften Balkonpflanzen Deutschlands — und das aus gutem Grund. Sie blühen unermüdlich von Mai bis in den Oktober, verzeihen gelegentliches Vergessen beim Gießen und bringen selbst dem kleinsten Balkon ein sattes Farbspektrum. Wer die wenigen Grundregeln kennt, hat den ganzen Sommer Freude an ihnen.

Standort: Was Geranien wirklich brauchen

Sonne ist ihre Stärke — je mehr, desto besser. Geranien lieben warme, sonnige Plätze und danken dir das mit dichter Blüte. Mindestens 4 Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag solltest du einplanen.

Halbschattige Plätze funktionieren ebenfalls, besonders für Efeu-Geranien. Voller Schatten dagegen führt zu langen, schwachen Trieben und wenigen Blüten.

Sorten: Die vier wichtigsten Typen

Nicht alle Geranien wachsen gleich. Die Sortengruppe bestimmt, wo du sie am besten einsetzt.

Aufrechte Geranien

Der Klassiker fürs Fensterbrett und den Balkonkasten. Wachsen kompakt aufrecht, 20-40 cm hoch. Blüten in Weiß, Rosa, Rot, Lachs. Sehr robust, ideal für Einsteiger.

Efeu-Geranien

Hängende, lange Triebe bis 80 cm — perfekt für Balkonkästen am Geländer. Kleinere Blüten, aber besonders reiche Blütenfülle. Verträgt Wärme gut.

Zonale Geranien

Erkennbar an der dunkleren Zone im Blatt. Kräftige Farben, große Blütenköpfe. Wächst etwas höher als aufrechte Sorten. Beliebt für Kübel auf der Terrasse.

Duftgeranien

Werden wegen ihrer ätherischen Öle angebaut, nicht wegen der Blüte. Riecht nach Rose, Zitrone oder Minze — je nach Sorte. Interessant für Kräuter-Liebhaber.

Geeignet für Balkonkasten
  • Efeu-Geranien (hängend)
  • Kompakte aufrechte Sorten
  • Multibloom-Hybriden
Besser für Kübel oder Topf
  • Zonale Geranien (größer)
  • Duftgeranien
  • Großblütige Pelargonien

Pflanzung: Wann und wie du vorgehst

Der häufigste Fehler ist zu frühes Auspflanzen. Geranien sind frostempfindlich — ein einziger Nachtfrost zerstört die Pflanze vollständig.

Den Balkonkasten oder Kübel füllst du mit hochwertiger Geranienerde oder Kübelpflanzenerde. Normale Balkonblumenerde reicht grundsätzlich, aber spezielle Geranienerde hat eine gröbere Struktur, die Staunässe besser verhindert.

Gießen und Düngen: Die Balance finden

Gleichmäßig feucht — das ist das Geranien-Prinzip beim Gießen. Zu nass ist schlimmer als zu trocken. Staunässe führt innerhalb weniger Tage zu Wurzelfäule.

Gieße morgens, direkt in die Erde, nicht über die Blüten. Im Sommer brauchen Geranien im Kasten täglich Wasser, manchmal zweimal. Kontrolliere regelmäßig mit dem Finger: Obere Erdschicht trocken — dann gießen.

Geranien sind Starkzehrer und brauchen regelmäßige Düngung. Ab der Pflanzung alle 1-2 Wochen mit flüssigem Geranien- oder Balkonblumendünger düngen. Wer eine Langzeitdüngung beim Einpflanzen in die Erde mischt, spart sich viel Arbeit.

Pflege: Verblühtes entfernen und ausgeizen

Ausgeizen — also das Entfernen verblühter Blütenstände — ist die wichtigste Pflegemaßnahme. Wer das konsequent macht, bekommt bis zu dreimal mehr Blüten als ohne.

  1. 1
    Verblühten Stängel bis zur nächsten Abzweigung abbrechen oder schneiden
  2. 2
    Komplett vergilbte Blätter ebenfalls entfernen
  3. 3
    Alle 4-6 Wochen übermäßig lange Triebe etwas einkürzen
  4. 4
    Nach starkem Regen auf Grauschimmel kontrollieren — befallene Teile sofort entfernen

Überwinterung: Geranien ein zweites Jahr nutzen

Geranien werden in Deutschland meist als einjährige Pflanzen behandelt. Du kannst sie aber problemlos überwintern und im nächsten Jahr wieder verwenden — das spart Geld und erhält besonders schöne Pflanzen.

  1. 1
    Vor dem ersten Frost (Oktober) ins Haus holen
  2. 2
    Auf ein Drittel zurückschneiden
  3. 3
    Hell und kühl überwintern: 5-10°C, kein Frost
  4. 4
    Sehr wenig gießen (alle 2-3 Wochen), nicht düngen
  5. 5
    Ab Februar: etwas mehr Licht und Wasser geben
  6. 6
    Mitte März: zurückschneiden und wieder regulär pflegen

Häufige Probleme und ihre Ursachen

Die meisten Probleme bei Geranien haben eine einfache Ursache: Zu viel Wasser oder falscher Standort.

Gelbe Blätter

Meistens zu viel Wasser oder Staunässe. Manchmal auch Stickstoffmangel (dann: düngen). Untersten Blätter vergilben mit der Zeit natürlich.

Wenige Blüten

Zu wenig Sonne, zu wenig Dünger, oder verblühte Köpfe werden nicht entfernt. Standort prüfen und konsequenter ausgeizen.

Grauschimmel (Botrytis)

Grauer Flaum auf Blüten oder Blättern bei feuchter Witterung. Befallene Teile sofort entfernen, Pflanze trockener stellen.

Rost oder Flecken

Braune, rostartige Flecken auf Blättern. Fungizid-Behandlung oder befallene Blätter entfernen. Nicht von oben gießen.

Häufige Fragen

Sind Geranien und Pelargonien das Gleiche?

Nein, botanisch nicht. Im Handel heißen Balkongeranien oft "Geranien", sind aber Pelargonien. Echte Geranien (Storchschnabel) sind winterharte Stauden fürs Gartenbeet. Im Alltag werden beide Begriffe synonym verwendet — das ist nicht schlimm, aber hilfreich zu wissen.

Wann kann ich Geranien nach draußen stellen?

Erst nach den Eisheiligen, das ist zuverlässig ab Mitte Mai. Vorher drohen Nachtfröste, die die Pflanzen schädigen oder töten. Wenn du im April kaufst, stelle die Pflanzen tagsüber raus und nachts rein.

Wie oft muss ich Geranien gießen?

Im Sommer täglich, manchmal zweimal täglich bei großer Hitze. Im Frühjahr und Herbst alle 2-3 Tage. Die Regel ist: Oberfläche der Erde trocken — dann gießen. Staunässe unbedingt vermeiden.

Können Geranien im Haus überwintern?

Ja, und es lohnt sich. Schneide die Pflanze auf ein Drittel zurück, stelle sie hell und kühl (5-10°C), gieße nur wenig. Im Februar wieder mehr Licht und Wasser geben. Ab Mai kommen sie wieder nach draußen.

Warum bilden meine Geranien kaum Blüten?

Die häufigsten Ursachen: zu wenig Sonne, zu wenig Dünger, oder verblühte Stängel werden nicht entfernt. Entferne konsequent jeden abgeblühten Kopf bis zur nächsten Abzweigung — das regt die Pflanze zur neuen Blütenbildung an.